Gemäß Haushaltsplan der AGFK Brandenburg für das Jahr 2026 wird die im vergangenen Jahr begonnene Entwicklung strategisch verankerter Leitbildprojekte fortgesetzt.

Zusammen mit der langjährigen Kooperationspartnerin TH Wildau (Radverkehrsprofessur in intermodalen Verkehrsnetzen), engagierten Mitgliedskommunen und projektrelevanten Fachbeiratsmitgliedern wie dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg und dem ADFC Brandenburg konnten bereits bemerkenswerte Projektstände und wirksame Initiativen erreicht werden.

 

Hier ein kurzer Projektüberblick:

 

Projekt #01: Fahrradfreundliche Kommune

Ziel des Projektes ist eine signifikante Weiterentwicklung der kommunalen Verwaltungen in Richtung des Status „Fahrradfreundliche Kommune“. Dieser Prozess beinhaltet insbesondere die Verbindung aus einer fahrradfreundlichen Verwaltung als Vorbild, motivierenden Maßnahmen für Mitarbeitende, einem sichtbaren Fahrradservice vor Ort, niedrigschwelligen und vorzeitigen Beteiligungsmöglichkeiten und einem wissenschaftlich begleiteten Datenerhebungskonzept als Grundlage für Förderanträge und verkehrsplanerische Entscheidungen. Die Städte Oranienburg und Herzberg (Elster) sowie die Gemeinde Grünheide (Mark) arbeiten, unterstützt vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, an einem Leitfaden „Fahrradfreundliche Verwaltung“, der zu einem Werkzeugkasten für alle AGFK-Kommunen ausgebaut werden kann.

Projekt #02: Prozessverbesserungen bei der Planung und dem Bau von Radwegen

Zu viele Radverkehrsprojekte brauchen zehn Jahre oder länger. Nicht, weil Ideen fehlen. Nicht, weil Fördermittel fehlen. Sondern weil Planungs- und Abstimmungsprozesse unnötig kompliziert sind. Deshalb haben wir gemeinsam mit der TH Wildau, dem Stein-Hardenberg-Institut, dem  Deutschen Institut für Urbanistik und engagierten Mitgliedskommunen der AGFK Brandenburg ein Projekt zur Beschleunigung von Planung und Bau von Radwegen durchgeführt. Es trägt den Titel „Schneller ans Ziel – Planung und Bau von Radwegen beschleunigen“. Darin finden Sie zehn konkrete Handlungsempfehlungen, gegliedert in drei Handlungsfelder: Früher gemeinsam planen, einen vollzugssensiblen Rechts- und Förderrahmen schaffen, sowie Zusammenarbeit, Digitalisierung und Wissenstransfer stärken. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Bürokratieabbau um jeden Preis: Es geht um bessere Prozesse, um frühzeitige Abstimmungen, um mehr Vertrauen zwischen allen Beteiligten, um digitale Werkzeuge, um klarere Förderbedingungen. Und darum, die Erfahrungen der Kommunen stärker in Gesetzgebung einfließen zu lassen. Denn niemand kennt die Herausforderungen besser als diejenigen, die jeden Tag Projekte in der Verwaltung umsetzen.

Projekt #03: Mehr Fahrradstraßen in Brandenburg (Kampagne)

Wir befinden uns im dritten Jahr der Kampagne „Mehr Fahrradstraßen in Brandenburg“. Durch Bauzaunbanner, medialer Begleitung und Erfahrungsaustausch unserer Arbeitsgemeinschaft unterstützt, konnten die Landeshauptstadt Potsdam (zwei Projekte), die Städte Eberswalde, Falkensee, Strausberg (Nutzung einer ehemaligen Gleistrasse) und Ludwigsfelde sowie die Gemeinde Schöneiche bei Berlin Fahrradstraßen unterschiedlicher Ausprägung realisieren. Dennoch sehen wir weiterhin ein großes Potenzial für weitere Realisierungen. Um unsere Mitgliedskommunen noch stärker zu motivieren, unterstützen wir seit Juni mit „Empfehlungen der AGFK Brandenburg zur Einrichtung von Fahrradstraßen“, inklusive praktischer Vorlagen wie einem Musterantrag und einer Musterinformation. Im weiteren Verlauf des Jahres werden weitere Motivideen zur medialen Begleitung von Fahrradstraßenprojekten umgesetzt.

Projekt #04: Stärkung der selbständigen Mobilität von Schulkindern

Dieses Projekt beschäftigt sich mit einem Thema, das uns alle bewegt: Die sichere  Mobilität von Kindern und Jugendlichen. Jedes Kind sollte seinen Schulweg sicher und selbstständig bewältigen können. Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Wildau haben wir deshalb das Forschungsprojekt „BeQKi und MiKa“ entwickelt. Dabei geht es um einen völlig neuen Ansatz: Nicht erst Unfälle auszuwerten, sondern bereits Beinaheunfälle mit Hilfe künstlicher Intelligenz sichtbar zu machen. Denn genau dort entstehen oft die größten Gefahren. Wenn wir diese Konflikte erkennen, bevor etwas passiert, können Kommunen ihre Maßnahmen deutlich zielgerichteter planen und Investitionen dort einsetzen, wo sie den größten Nutzen für die Sicherheit unserer Kinder haben. Für uns ist das ein Beispiel dafür, wie Wissenschaft und kommunale Praxis gemeinsam Innovation schaffen können.

Projekt #05 (bis dato #08): Unterstützung beim Einwerben von Fördermitteln

Mit Mitteln dieses Projektes unterstützen wir unsere Mitglieder bei der Erarbeitung von Förderanträgen. Dies umfasst die Vorbereitung gemeinsamer Anträge zur Förderung von Netzwerken und Forschungsvorhaben als auch von Anträgen der Mitgliedskommunen, insbesondere im Rahmen des BMV-Förderaufrufs „Junge Generation Fahrrad – aktiv mobil“.

Projekt #06 (bis dato #09):Stärkung der Erreichbarkeit von GI- und GE-Standorten (nachhaltige Mikromobilität)

Dieses Projekt fokussiert auf Mobilstationen und die gut organisierte „letzte Meile“ insbesondere mit dem Mietrad. Zusammen mit aktiven AGFK-Mitgliedern wie den Städten Spremberg/Grodk, Oranienburg und Luckenwalde arbeiten wir Fallbeispiele mit vielversprechenden Entwicklungsansätzen aus – mit dem Ziel von Handlungsempfehlungen für die Planung, Realisierung und den Betrieb von attraktiven Angeboten der nachhaltigen Verkehrsverknüpfung in prosperierenden Industrie- und Gewerbestandorten. Dabei unterstützen nicht nur der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg und Verbünde benachbarter Bundesländer. Auch engagierte Unternehmen erkennen den Stellenwert zukunftsweisender Verkehrserschließungen für die Attraktivität ihrer Betriebsstandorte und beteiligen sich an den Betriebskosten von Pilotprojekten.

 

 

Foto: Torsten Wolter (AGFK BB)