Wirkungsbericht der Radverkehrsförderung des BMV
Mit „Ein Gewinn auf vielen Wegen – Wirkungsbericht der Radverkehrsförderung des BMV“ liegt nun eine aktuelle Gesamtschau der Radverkehrsförderung der vergangenen Jahre vor. Der Wirkungsbericht knüpft an die Impulse des Nationalen Radverkehrskongresses 2025 an, auf dem deutlich wurde, wie eng der Radverkehr mit anderen gesellschaftlichen Bereichen verbunden ist – etwa mit Gesundheit, Wirtschaft, sozialer Teilhabe, Immobilienentwicklung oder dem Natur- und Umweltschutz. Diese Wechselwirkungen sichtbar zu machen, ist ein zentrales Anliegen des Berichts.
Der Wirkungsbericht zeigt,
- zentrale Fakten der Bundesradverkehrsförderung der vergangenen Jahre – also, was investiert wurde und welche Ergebnisse damit erreicht wurden,
- welche konkreten Verbesserungen vor Ort entstanden sind – etwa neue oder sicherere Wege, bessere Verbindungen und modernisierte Infrastruktur,
- welche übergreifenden Wirkungen diese Förderung entfaltet – von mehr Sicherheit und Gesundheit über wirtschaftliche Impulse bis hin zu lebendigeren, klimafreundlicheren und sozial besser erreichbaren Städten und Gemeinden.
Begleitet wird der Bericht erneut von Laura, einem fiktiven elfjährigen Mädchen, das bereits aus den „Einladende Radverkehrsnetze“ bekannt ist. Sie führt durch die Inhalte und erinnert daran, worum es im Kern geht: Infrastruktur muss für alle funktionieren – besonders für Kinder und die nächste Generation, für die wir heute planen.
Der Wirkungsbericht macht sichtbar, was Bund, Länder und Kommunen gemeinsam erreicht haben und warum Radverkehr in vielen Bereichen unserer Gesellschaft Wirkung entfaltet. Diesen Weg möchten das BMV mit Ihnen gemeinsam weitergehen und die positiven Effekte guter Radverkehrsförderung weiter stärken.
Der Bericht kann hier eingesehen werden.
Textquelle und Beitragsbild: Bundesministerium für Verkehr

Das Bundesverkehrsministerium (BMV) hat im April 2026 den Fahrrad-Monitor 2025 des SINUS-Instituts veröffentlicht. Mit diesem liegt erneut ein umfassendes Stimmungsbild zur Fahrrad- und Pedelec-Nutzung in Deutschland vor. Erstmals erfolgte auch eine eigenständige, repräsentative Befragung von Kindern sowie deren Eltern.
Der Fahrrad-Monitor mit vielen Grafiken kann hier eingesehen und genutzt werden.

Berichtstitel: SINUS Markt- und Sozialforschung GmbH; Beitragsbild: Torsten Wolter (AGFK BB)
Das Bundesverkehrsministerium stellte Ende 2025 den Ergebnisbericht zur Studie „Mobilität in Deutschland (MiD) 2023“ vor. Der Bericht ist sehr umfangreich und liefert viele spannende Ergebnisse.
In der Pressemitteilung des Bundesverkehrsministeriums (BMV) heißt es:
„[…] Darüber hinaus zeigt die MiD, dass der Fußverkehr deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Der Anteil der Wege, die zu Fuß zurückgelegt werden, ist von 22 Prozent auf 26 Prozent angestiegen. Zu Fuß werden täglich 113 Mio. Personenkilometer zurückgelegt. Der Fußverkehr schließt damit zum Fahrrad auf. Mit dem Fahrrad werden 11 Prozent der Wege und 4 Prozent aller Kilometer zurückgelegt. Pro Tag werden 117 Mio. Kilometer geradelt, was ein leichter Anstieg im Vergleich zur MiD 2017 ist. Die gestiegene Fahrleistung ist vor allem auf die wachsende Flotte an E-Bikes zurückzuführen. […]“
Den Ergebnisbericht sowie weitere wichtige Informationen können Sie unter https://www.mobilitaet-in-deutschland.de/ bekommen. Darüber hinaus stellt die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) das neue Datenportal „MobilityData-Campus“ zur Verfügung. Für fachlich Interessierte ohne vertiefte Statistikkenntnisse bietet das internetbasierte Auswerteprogramm „Mobilität in Tabellen“ weitergehende Analysemöglichkeiten (https://mobilitaet-in-tabellen-2023.bast.de/).

Grafik und Beitragsbild: infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH
ADFC-Fahrradklima-Test 2024: Deutschland verbessert sich minimal
Am 17. Juni 2025 stellte der ADFC zusammen mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2024 vor. Großstädte werden fahrradfreundlicher, das Miteinander im Verkehr bleibt herausfordernd.
Über 130 Teilnehmende waren der Einladung des ADFC gefolgt und fanden sich im Bundesverkehrsministerium in Berlin zur Auszeichnung der Siegerstädte und anschließenden Fachveranstaltung ein.
Der elfte ADFC-Fahrradklima-Test zeigt eine leichte Verbesserung des Fahrradklimas in Deutschland, offenbart aber weiterhin erhebliche Defizite. 213.000 Menschen bewerteten 2024, wie sicher und komfortabel sich das Radfahren in ihrer Stadt oder Gemeinde anfühlt. Die Gesamtnote verbesserte sich von 3,96 auf 3,92 – ein Fortschritt, der sich in allen Ortsgrößenklassen zeigt.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder ehrte die fahrradfreundlichsten Städte und betonte: „Wir wollen die Attraktivität und Sicherheit des Radfahrens für alle Bürgerinnen und Bürger flächendeckend erhöhen.“ Der Minister hob hervor, dass gute Maßnahmen vor Ort spürbar die Zufriedenheit im Radverkehr steigern: „Mit guter, möglichst getrennter Infrastruktur verbessert sich beispielsweise sowohl das Verkehrsgeschehen als auch das Miteinander – und das nicht nur auf dem Rad, sondern für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer gleichermaßen“, so Schnieder.
Minimale Fortschritte bei hartnäckigen Problemen
Das Fahrradklima in Deutschland bleibt insgesamt unbefriedigend, obwohl sich alle Ortsgrößenklassen leicht verbessert haben. Besonders ermutigend: Engagement zahlt sich aus. Seit 2018 nehmen Menschen die Förderung des Radverkehrs in größeren Städten zunehmend wahr und bewerten sie positiv. Zehn von 15 Städten über 500.000 Einwohner zeigen einen Aufwärtstrend. Großstädte verbessern sich kontinuierlich, während kleinere Kommunen und der ländliche Raum bei der Fahrradförderung oft Nachholbedarf haben. ADFC-Bundesvorsitzender Frank Masurat sagte: „In fast allen Großstädten zeigt sich, dass Investitionen in den Radverkehr – in breite, sichere Radwege, Fahrradbrücken und Fahrradparkplätze – sofort für mehr Zufriedenheit unter den Radfahrenden sorgen. Selbst hügelige Städte wie Tübingen und Auerbach im Vogtland haben es durch den konsequenten Ausbau der Radwegenetze – und die wachsende Beliebtheit von Pedelecs – geschafft, fahrradfreundlicher zu werden.“
Licht und Schatten bei der Bewertung
Positive Entwicklungen zeigen sich bei der Erreichbarkeit der Stadtzentren mit dem Rad (Note 2,78). Die Bemühungen vieler Kommunen, ihre Ortsmitte attraktiver zu gestalten, kommen an. Auch die systematische Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr wird mit 2,8 positiv bewertet. Dass Menschen aller Altersgruppen Rad fahren, erhielt die Note 3,12, und sichere Abstellanlagen wurden besser bewertet als in den Vorjahren (3,85).
Problematisch bleiben die Radwegebreiten mit einer Note von 4,70, die fehlende Kontrolle von Falschparkenden (4,69) und die Führung an Baustellen (4,65). Zu schmale oder zugeparkte Radwege bereiten weiterhin Probleme. 70 Prozent der Befragten fühlen sich auf dem Rad im Straßenverkehr nicht sicher.
Frankfurt überholt traditionelle Fahrradstädte
Bei den Großstädten über 500.000 Einwohner:innen führt Frankfurt am Main mit einer Bewertung von 3,5. Die Stadt hat dem Rad mehr Raum verschafft – auch zu Lasten des Autoverkehrs – und überholt damit Hannover (3,52) und die traditionelle Fahrradstadt Bremen (3,54). Nürnberg holte am stärksten auf, Leipzig bleibt im Osten die führende Metropole. In Berlin verschlechterte sich das Fahrradklima.
Auch Städte mit anspruchsvollen Steigungen können zu „Fahrradhochburgen“ werden. Tübingen katapultierte sich mit 2,77 auf den ersten Platz in der Stadtgrößenklasse über 50.000 Einwohner:innen und liegt vor Nordhorn (2,83) und Bocholt (2,92). Bei Städten ab 200.000 Einwohner:innen bleibt Münster (2,97) vor Freiburg im Breisgau (3,03) und Karlsruhe (3,05) führend.
Miteinander im Verkehr bleibt schwierig
Die Sonderbefragung zum „Miteinander im Verkehr“ offenbart ein deutliches Problem: Das Miteinander wird mit 4,05 schlechter bewertet als das Fahrradklima insgesamt (3,92). Für Radfahrende sind das Sicherheitsgefühl und ihre Akzeptanz als Verkehrsteilnehmende besonders wichtig – aber darum ist es fast überall in Deutschland schlecht bestellt.
Selbst Fahrradstädte wie Münster, Freiburg und Karlsruhe können hier kaum punkten. Wegweisend sind Aachen und Bonn, die sichtbar für rücksichtsvolles Miteinander werben. Aachen erhält den Sonderpreis des ADFC-Fahrradklima-Tests 2024 für erfolgreiche Verkehrsprojekte mit breiter Bürgerbeteiligung.
ADFC-Bundesvorsitzender Frank Masurat betonte: „Was uns weiter Sorgen macht, ist das Thema Sicherheit. Mehr als zwei Drittel der Radfahrenden fühlen sich im Straßenverkehr nicht sicher. Am meisten stresst es, wenn Radwege zu schmal oder zugeparkt sind. Oder wenn man auf Straßen ohne eigenen Radweg mit zu geringem Abstand überholt wird.“ Die Lösung sei aber bekannt: „Gute Infrastruktur fördert gutes Miteinander“, so Masurat.
Textquelle: ADFC Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.
Thomas Böhmer, Studienleiter ADFC-Fahrradklima-Test beim ADFC-Bundeverband, präsentierte die Ergebnisse des Tests sowie der ADFC-Fahrrad-Kommunalbefragung im Rahmen des 43. Arbeitstreffens der AGFK Brandenburg am 17. September 2025 im Rathaus Angermünde. Seinen Beitrag finden Sie hier: Präsentation Thomas Boehmer ADFC
The Copenhagenize Index
Seit 2011 veröffentlicht die COPENHAGENIZE DESIGN COMPANY, als nach eigenen Angaben führende Urban Design Beratung in allen Fragen des Fahrradverkehrs in Städten, zweijährlich den Copenhagenize Index. Dieser vergibt Noten an Städte für ihre Bemühungen, das Fahrrad als Verkehrsform zu etablieren, und gilt als weltweit umfassendste Bestandsaufnahme mit daraus resultierendem Städteranking. Bewertet werden Städte über 600.000 Einwohner im Metro-Bereich sowie kleinere Großstädte mit „regional oder national relevantem Profil“ nach 14 Parametern, die insbesondere für die Stadtplanung und -gestaltung wichtig sind: Interessenvertretung, Fahrrad-Kultur, Fahrrad-Einrichtungen, Leihräder, Geschlechterverteilung, Radverkehrsanteil, Entwicklung des Radverkehrsanteils, Subjektives Sicherheitsgefühl (Radfahrer), Politisches Klima, Gesellschaftliche Akzeptanz, Stadtplanung, Verkehrsberuhigung, Lastenfahrradnutzung. Veröffentlicht wird letztlich das Ranking der 20 fahrradfreundlichsten Städte.
Wurden in 2011 noch 80 Städte untersucht, sind es im Jahr 2017 bereits 136 Städte. Die ersten drei Ränge belegen in diesem Jahr Kopenhagen, Utrecht und Amsterdam. Berlin (10.), München (15.) und Hamburg (17.) sind als deutsche Metropolen in den Top 20 vertreten. Siehe auch: http://copenhagenize.eu.
Grafik: Copenhagenize Design Co.
