Verkehrsminister Detlef Tabbert hat sich in der Gemeinde Zeuthen (Landkreis Dahme-Spreewald) über die Ergebnisse des dortigen Fußverkehrschecks informiert. Als eine von landesweit drei Kommunen hatte die Gemeinde Zeuthen 2025 am Pilotprojekt Fußverkehr teilgenommen und die Verkehrsbedingungen für Fußgängerinnen und Fußgänger in einem zuvor definierten Gebiet analysiert und nach konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen dort gesucht. Eine dieser untersuchten Strecken war in Zeuthen der Bereich Heinrich-Heine-Straße/Schillerstraße mit einem dort verlaufenden Schulweg.  

Verkehrsminister Detlef Tabbert: „Wir haben während der mehrmonatigen Testphase erfahren, wieviel Aufmerksamkeit vor Ort das sichere Zufußgehen in unseren Kommunen gewinnt. Wir konnten erleben, wie vielfältig der Strauß an Ideen ist, gemeinsam bessere Bedingungen für den Fußverkehr zu schaffen und wieviel Engagement in den Kommunen vorhanden ist. Sichere und gute Fußwege sind integraler Bestandteil unseres Verkehrssystems und einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung. Das Projekt hat alle Teilnehmenden und Unterstützende sensibilisiert, wie bedeutsam sicheres Zufußgehen für die Lebensqualität in einer Kommune ist. Das ist auch richtig so, denn die Bewohnerinnen und Bewohner von Zeuthen wissen selbst am besten, wo es Optimierungsbedarf gibt. Gemeinsam wollen wir diese Erkenntnisse nutzen, um Kommunen bei der Umsetzung von Maßnahmen zu unterstützen und zu zeigen, wie wir im Land Brandenburg besser gehen können.“

Zeuthens Bürgermeister Philipp Martens sagt: „Die Fußverkehrschecks haben klar aufgezeigt, wo in Zeuthen konkreter Handlungsbedarf besteht und wie unverzichtbar sichere Querungen für eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur sind. Besonders an der Kreuzung Schillerstraße/Heinrich-Heine-Straße wurde deutlich, dass hier unterschiedliche Interessen und Anforderungen aufeinandertreffen: Schulwege, seniorengerechte Mobilität zum ÖPNV und der motorisierte Verkehr auf einer wichtigen interkommunalen Verbindungsstraße. In enger Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg entwickeln wir die Ergebnisse der Fußverkehrschecks konsequent weiter. Mit der geplanten Lichtsignalanlage an der Kreuzung Schillerstraße/Heinrich-Heine-Straße setzen wir eine konkrete Maßnahme um; der Förderantrag beim Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg ist bereits gestellt.“

Situation in Zeuthen 

Als Pendlerkommune im Berliner Umland steht Zeuthen vor der Herausforderung, bei zunehmendem Straßenverkehr die Schulwege im weitläufigen Gemeindegebiet sicherer und barrierefrei zu gestalten. Die Zeuthenerinnen und Zeuthener zeigten sich während des Pilotprojektes als sehr aktive Bürgerschaft und konnten damit im Projekt viele kleinteilige Maßnahmen und deren Umsetzung identifizieren. Weitere Bänke im Ortsgebiet, neue Beschilderung und Beleuchtung, sowie Schulprojekte werden den Fußverkehr im Ort attraktiver und sicherer machen.

Im Ergebnis gab es im Fußverkehrscheck die Themenschwerpunkte Schulwegsicherheit, Barrierefreiheit, Gehweg- und Aufenthaltsqualität. Es gibt Vorschläge zur Verkehrslenkung beziehungsweise für Lichtsignalanlagen, um die Sicherheit zu erhöhen. Es bedarf sensibler, ökologischer Maßnahmen, um bei historischem Pflaster und vielen Alleebäumen die Barrierefreiheit zu verbessern. Zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität kann das bürgerschaftliche Engagement in der Gemeinde genutzt werden.

Fußverkehrschecks in Frankfurt (Oder), Zeuthen und Finsterwalde

In einem vorgeschalteten Interessenbekundungsverfahren hat das MIL das Oberzentrum Frankfurt (Oder), das Mittelzentrum Finsterwalde und die Berliner Umlandgemeinde Zeuthen als Pilotkommunen für die Fußverkehrschecks ausgewählt. Mit gutachterlicher Unterstützung wurden in den drei Kommunen von April bis Juli 2025 jeweils in einem ausgewählten Quartier ein Fußverkehrscheck durchgeführt.

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist es, langfristig den Fußverkehr zu stärken, sein Potenzial für eine nachhaltige und gesundheitsfördernde Mobilität hervorzuheben und seinen Beitrag zur landespolitischen Zielsetzung – 60 Prozent Umweltverbund, davon 25 Prozent Fußverkehr – zu verstetigen.

Die drei Fußverkehrschecks haben gezeigt, dass die Herausforderungen/Bedarfe in den Kommunen sehr ähnlich sind.

Dazu gehören:

    • Gehwegqualität und Barrierefreiheit,
    • Verkehrsorganisation, Verkehrssicherheit und Querungsmöglichkeiten,
    • Trennung der Verkehrsarten (Abgrenzung gegenüber Rad- und Kfz verkehren),
    • Qualitätsbedingungen für das Zufußgehen schaffen (Stadtgestaltung, Klima-anpassung und Fußverkehr in integrierter Stadtentwicklung),
    • Beleuchtung, Wegweisung und Beschilderung,
    • Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit (Partizipation, Erfolge sichtbar machen),
    • Governance: Verwaltungsstrukturen, Organisation und Austausch (fachübergreifende Aufgabe; Integration in Fach- und Stadtentwicklungskonzepte),
    • Verkehrsüberwachung,
    • Formelle und informelle Beteiligung nutzen,
    • Monitoring und Evaluation (Datenerfassung; Maßnahmenkataster, Evaluierung in integrierter Stadtentwicklung),
    • Ein zentrales Fazit lautet: Die Stärkung des Fußverkehrs muss als fachübergreifende Aufgabe im Sinne einer integrierten Stadtentwicklung verstanden werden.

Mehr zum Thema finden Sie hier: https://mil.brandenburg.de/mil/de/themen/stadtentwicklung/zukunftsthemen/weitere-schwerpunkte/gutachten-inneroertliche-mobilitaet/

Textquelle: Presseinformation des MIL Brandenburg

 

 

Foto und Beitragsbild: MIL Brandenburg