Freizeitverkehr

Radfahren ist gesund, umweltschonend und macht vor allem auch Spaß. Nicht nur im Alltag, auch im Freizeitverkehr gewinnt das Rad zunehmend an Bedeutung.

Wesentlicher Unterschied der Freizeitverkehre im Vergleich zum Alltagsverkehr ist die Tatsache, dass hier nicht das Erreichen eines bestimmten Zieles im Vordergrund steht, sondern das Fahrradfahren als solches Ziel der Aktivität ist. Die Freizeitverkehre werden auch als „Touristische Verkehre“ bezeichnet – sie reichen von der kurzen Ausfahrt bis hin zu mehrwöchigen Urlaubsunternehmungen.

Informationen zum Radwegenetz

Neben einem vielfältigen Kartenangebot für Radtouristen stehen zunehmend digitale Kartenwerke zur Verfügung. Als eine sehr informative und zeitaktuelle Kartenanwendung hat sich die OpenCycleMap der Internet-Anwendung OpenStreetMap entwickelt. Diese wird von einer Vielzahl von „Mappern“ erstellt, die Daten zu Straßen und Wegen, Gebäuden etc. weltweit erfassen und pflegen. Die OpenCycleMap ist eine globale thematische Karte für Radfahrer. Auf niedrigen Zoomebenen ist sie für Überblicke im internationalen, nationalen und überregionalen Maßstab bestimmt. Höhere Zoomebenen zeigen Radwegeführungen im örtlichen Detail.

Legende

Als eine sehr informative Quelle für Radtouristen, u.a. mit vielfältigen Routenangeboten, ist zudem die Website http://www.reiseland-brandenburg.de/themen/radfahren.html zu empfehlen.

Prognose des touristischen Radverkehrs

Das Land Brandenburg hat mit finanzieller Unterstützung des BMVBS ein Verfahren zur Radverkehrsprognose entwickeln lassen, um die Mittel für den Radwegebau effizient einzusetzen. Das Verfahren, das grundsätzlich auch für andere Gebiete einsetzbar ist, wurde in Brandenburg erstmalig angewendet.

Da bei touristischen Radverkehren nicht das Erreichen eines Fahrtziels, sondern die Durchführung der Fahrt im Vordergrund steht, lässt sich die touristische Radverkehrsnachfrage nicht durch ein Verkehrsmodell, wie bei den Alltagsverkehren, ermitteln.

Es wurde deshalb ein methodischer Ansatz gewählt, bei dem das touristische Verkehrspotential über eine Punkte-Bewertung quantifiziert wird. Je höher die Punktbewertung für einen Streckenabschnitt ausfällt, umso höher ist auch das Radverkehrspotential, mit dem auf dem jeweiligen Streckenabschnitt zu rechnen ist. Relevante Einflussparameter sind u.a.:

  • die Routenführung, die den Bedürfnissen des touristischen Verkehrs mehr oder weniger gerecht werden kann;
  • die Attraktivität des Naturraums, durch den die Radroute geführt wird;
  • Sehenswürdigkeiten und Attraktionen im Bereich der Route;
  • die Wegweisung für den Radverkehr und ihre Ausrichtung auf die Bedürfnisse touristischer Verkehre;
  • Marketingmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit zur Information über den touristischen Fahrradverkehr;
  • die Qualität der vorhandenen Radverkehrsinfrastruktur und – das Bevölkerungspotential im Einzugsbereich der Radroute.

Zur Abschätzung des touristischen Radverkehrspotentials wurden die o.g. Einflussfaktoren berücksichtigt und im Prognoseverfahren abgebildet. Aufgrund der fehlenden Informationen zur tatsächlichen Nachfrage im touristischen Radverkehr, die für eine Modellkalibrierung erforderlich wäre, sind Aussagen zur tatsächlichen Belastung der einzelnen Streckenabschnitte durch den touristischen Radverkehr derzeit nicht möglich.

Eine erste Anwendung der Radverkehrsprognose erfolgte bei der Aufstellung der Radwege-Bedarfsliste für die Bundes- und Landesstraßen in Brandenburg. Durch die verfügbaren Angaben zum Radverkehrspotential war es möglich, eine Prioritätenreihung zu erstellen und die Finanzmittel zur Realisierung straßenbegleitender Radwege auf Streckenabschnitte mit besonders hohem Radverkehrspotential zu konzentrieren.